Der Name Glehn scheint aus der Zeit der Lybier zu stammen, die unter keltischem Kultureinfluß gestanden haben. Es handelt sich um eine Gewässerbezeichnung: Glehn ursprünglich Glane oder Glan = Wasser.

Der erste schriftliche Beweis der Ortschaft Glehn findet sich im Totenbuche von Maria ad Gradus, datiert vom 5. April 1050. Glehn gehörte zunächst während der Zeit der fränkischen Gauerfassung zur "Danner Grundherrschaft". Diese Grundherrschaft war ein "Freies Land und ein freies Gericht zu Nutz und Frommen der Bewohner" und wurde auch als das "Gräfliche Land" bezeichnet. Es bestand aus den Ortschaften Büttgen, Kleinenbroich, Glehn und Kapellen.

Dann gehörte Glehn zeitweise zur Grafschaft Liedberg, bis es im Jahre 1336 von Wilhelm von Helpenstein an das Domkapital zu Köln verkauft wurde und gehörte nun innerhalb der Grafschaft Hülchrath zum Kurfürstentum Köln. Die Verwaltungsorganisation des Jahres 1670 führt das Amt "Hülchrath und Erprath" auf; das Gräfliche Land behielt seinen Namen. Es umfasste die Kirchenspiele Glehn, Büttgen, Gilverrath und Kapellen. Am 4. Oktober 1794, zwischen 12.00 Uhr und 13.00 Uhr, marschierten die Franzosen in Glehn ein.

Im Frieden von Luneville 1801 wurde das linke Rheinufer völkerrechtlich von Frankreich annektiert. Die territorialen feudalen Herrschaftsbereiche wurden aufgelöst und das Land in administrative Verwaltungsbereiche gegliedert. Die Mairie (Bürgermeisterei) Glehn gehörte zum Kanton Neuss und Departe Roer. Nach den Befreiungskriegen ordnete Preußen die Verwaltung neu. Glehn kam im Jahre 1816 als Gemeinde zum Landkreis Neuss und Regierungsbezirk Düsseldorf. Im Jahre 1882 erfolgte die Begründung der "Rheinprovinz" als preußischer Besitz.

Im Jahre 1913 schied Neuss aus dem Kreisverband aus. Im Zuge der kommunalen Neugliederung des Jahres 1929 kam die Gemeinde Glehn zum Landkreis Neuss-Grevenbroich Zur Gemeinde Glehn gehörten die Ortschaften: Lüttenglehn (1090 Lutcellenglehn), Epsendorf (1218/31 Ebdissendorp), Gut Bickhausen (1155 Beddinghusen), Scherfhausen (urkundlich 1200), Schlich (1250 Sleichheim oder Slichem) und das Rittergut Birkhof. Bis 1975 war Glehn eine selbstständige Gemeinde. Seit der kommunalen Neugliederung gehört Glehn jetzt zur Stadt Korschenbroich. Heute zählt Glehn 6090 Einwohner. Mit den Ortsteilen Epsendorf, Scherfhausen, Lüttenglehn und Schlich, ist Glehn der drittgrößte Stadtteil der Stadt Korschenbroich

Schützenbaum

Der Begriff "Glaube, Sitte Heimat" wird auch im Glehner Zentrum durch den im August 2000 aufgestellten Schützenbaum repräsentiert. An den einzelnen Tafeln sind sie Teile des Glehner Schützenvereines wiederzufinden. Alle Teile formen wieder ein ganzes, so haben die einzelnen Corps, die St. Sebastianus Bruderschaft (aus dieser ging 1887 der Schützenverein hervor), das Tambourcorps "Blüh Auf" und die freiwillige Feuerwehr ein eigenes Schild an diesem Baum. Ebenfalls mit einer Tafel vertreten sind die Heimatfreunde Glehn, der Werbekreis "Glehn Aktiv", sowie seit der Renovierung im Jahre 2010 das Glehner Buretheater. Die Spitze des Gildebaumes krönt die Figur des Glehner Schutzpatrons St. Pankratius.

St. Pankratius

Im Jahr 1276 wurde erstmals die Kirchengemeinde in Glehn urkundlich erwähnt. 1868 – 1872 errichtete H. Nagelschmidt (Köln) einen Neubau, der der gewachsenen Gemeindegröße entsprach. Er ist dreischiffig, in neugotischer Formensprache; die Unterbrechung der Seitenschiffe im Bereich der Vierung erweckt den Eindruck eines Querhauses.

Während des zweiten Weltkriegs wurden in Deutschland Glocken aus Kirchen demontiert. Dieser dunkle Teil der Geschichte ging auch nicht an Glehn spurlos vorüber.

Bis auf die Pankratiusglocke wurden alle Glocken eingezogen und blieben bis 1949 verschollen. Den Bemühungen von Pfarrer Lenders (verstorben 1964) ist es zu verdanken, dass die Glocken auf einem Sammelplatz in der Nähe Hamburgs aufgefunden wurden. Am 08.10.1949 feierte man in Glehn die Ankunft und Heimkehr der Glocken.

Das Fleckenhaus

Die ältere Geschichte des heute "Haus Glehn" genannten Fleckenhauses ist nicht mehr genau zu rekonstruieren. Man weiß nur, dass ein Dietrich Fleck von der Balen 1560 das heute noch stehende Schlösschen nach dem Brand eines älteren Hauses baute.

Mit den altgläubigen Glehnern lag Dietrich Fleck von der Balen, der zum reformierten Bekenntnis übergegangen war, in ständigem Streit. Bei einem nächtlichen Überfall niederländischer Soldaten im Kölnischen Krieg wurde er 1584 erschlagen. Heute befindet sich Haus Glehn im Besitz der Familie Wappenschmidt. Das Fleckenhaus ist ein Glehner Denkmal und ist auch auf einigen der Fahnen abgebildet.

Das Kriegerdenkmal

Errichtet zum Gedenken der Gefallenen beider Weltkriege.

Auf Initiative des Schützenvereins, der auch die Denkmalpflege übernimmt, wurde die gesamte Anlage um das Kriegerdenkmal neu gestaltet. Die Arbeiten konnten 2001 abgeschlossen werden. Nicht nur die komplette Einfassung wurde erneuert, auch die Rasenfläche durch verschiedene bodendeckende Grünpflanzen ersetzt.

Jedes Jahr zum Schützenfest gedenkt der Schützenverein hier samstags während des Fackelzuges mit einem großen Zapfenstreich den Gefallenen beider Weltkriege. Der Zapfenstreich mit anschließendem Fackelzug ist für die Zuschauer einer der Höhepunkte des Schützenfestes.


Quellen:
Kirchhoff, Hans Georg: Glehn, ein geschichtliches Lesebuch. (1979) Herausgeber: Gemeindeverwaltung Korschenbroich
Neuss-Grevenbroicher-Zeitung (2000): Kriegerdenkmal wird nachts beleuchtet

Jägertermine

Sa Jan 12, 2019 @17:00 -
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Ablauf des Schützenfestes

Im Laufe der 125-jährigen Geschichte des Glehner Schützenvereins haben sich viele schöne Traditionen entwickelt. Jeder Tag unseres Schützenfestes ist ein besonderer. Der Ablauf soll nun näher beschrieben werden. mehr...

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